Wochenrückblick – Wie du durch regelmäßige Reflexion zu mehr Klarheit gelangst

Ich werde es nicht verheimlichen: Als Multipotentialistin bin ich eher launisch und spontan. Ich liebe es meinen Impulsen nachgehen zu können und nicht einem vorgefertigten Plan folgen zu müssen. Es macht mir zwar Spaß Pläne zu erstellen, sie zu befolgen, aber nicht so. Ich sehe sie eher als Richtlinien, denn als Zwang.

Was bei dieser Art von Lebensmodell aber fundamental wichtig ist, ist das rückwärtige Planen, wie ich es nenne, bzw. die Dokumentation und das Reflektieren. Beides werde ich hier im Blog noch ausführlich behandeln. Heute möchte ich mit einer einfachen Technik einsteigen, die mein Leben unfassbar bereichert: dem Wochenrückblick.

Der sonntägliche Wochenrückblick ist mein Ein und Alles. Ich freue mich oft schon die ganze Woche darauf, mich am Sonntag Morgen in Ruhe hinzusetzen und die Woche Revue passieren zu lassen. Ich notiere meine Fortschritte, meine Erfolge und was verbesserungswürdig ist. Ich verliere kein Wort darüber, was mich traurig gemacht hat oder was schief gegangen ist. Ich fokussiere mich ganz auf die positiven Dinge.

Seit 4 Jahren führe ich jetzt schon meinen Wochenrückblick und er trägt erheblich zu meinem Seelenfrieden und einer positiven Einstellung bei. In einer Woche passiert so vieles und es hilft, sich das vor Augen zu führen und die besonders bemerkenswerten Momente aufzubewahren. Tatsächlich lese ich mir meine Wochenrückblicke in der Regel nicht noch einmal durch. Ich nutze sie aber für größere Reflexionen, wie Jahresrückblick oder ähnliches. Das muss aber nicht sein. Im Schreiben und Bewusstwerden liegt der größte Nutzen, ganz im Sinne der Achtsamkeit.

Was brauche ich für einen Wochenrückblick?

Wichtig ist natürlich in allererster Linie sich die Zeit dafür zu nehmen. Ich mache es immer Sonntag Morgens. Sonntag Abend oder Montag Morgen wäre aber auch eine gute Zeit dafür. Tatsächlich habe ich es früher Montags gemacht und fand das auch sehr gut, aber wenn man berufstätig ist, geht das leider nicht.

Zweitens benötigst du ein Tool, in dem du deinen Wochenrückblick notierst. Ich nutze dafür OneNote – das ist ein kostenloses Tool von Microsoft, das ich für viele viele Zwecke benutze. Man kann dort Kapitel und Unterseiten erstellen, was ich unendlich toll finde! So sieht das zum Beispiel bei mir aus:

Mein Wochenrückblick in OneNote

Es gibt aber viele, viele weitere Tools, die du für deinen Wochenrückblick nutzen kannst, zum Beispiel schlicht und einfach Open Office, Google Docs, Evernote, Simplenote, Coda oder jede andere Notizbuch/Textverarbeitungs-App. Du könntest deinen Wochenrückblick sogar in deinem Blog veröffentlichen oder auf facebook posten. Du siehst, es gibt keine Ausrede!

Von einem handschriftlichen Wochenrückblick möchte ich aber abraten! Du musst dann alles in einem Abwasch herunter schreiben und hast keine Möglichkeit nachzudenken und weitere Punkte hinzuzufügen. Es gibt auch einige Apps zum Tagebuchführen. Empfehlen kann ich hier Grid Diary.

Wie läuft der Wochenrückblick ab?

Wie ich gar nicht oft genug beteuern kann, findet ihr auf meinem Blog keine Raketenwissenschaft. Im Wochenrückblick werden einfach Fragen zur vorigen Woche beantwortet. So einfach und so effektiv! Mein persönlicher Wochenrückblick besteht aus 21 Fragen, die ich hier aber nicht teilen werde. Ich möchte nämlich, dass du dir deine eigenen Fragen ausdenkst!

Außerdem sind 21 Fragen auch viel zu viel für den Einstieg. Du solltest erstmal eine viertelstündige Routine entwickeln, bevor du dir einen Mammut-Wochenrückblick mit 21 Fragen gestaltest. Ich brauche in der Regel mehr als eine Stunde dafür.

Beginne deinen Wochenrückblick mit diesen 3 Fragen:

  1. Was habe ich erreicht?
  2. Was war besonders gut?
  3. Was ist nächste Woche wichtig?

Aber beschränke dich bitte nicht darauf und ergänze die Liste um eigene Fragen. Ja! Die Multipotentialistin ist ein Blog zum selbst Denken. Wie erwähnt, konzentriere ich mich auf das Positive, was Vor- und Nachteile hat. Du solltest selbst entscheiden, ob du das auch so handhaben möchtest.

Nachdem ich die Fragen aus dem Kopf beantwortet habe, gehe ich meine Notizen der vorherigen Woche durch: Kalender, Tagebuch, Morgenseiten – nutze alles, was du hast, um möglichst nichts zu vergessen. Ich garantiere dir: Du wirst staunen, was du alles in einer Woche erreicht und erlebt hast.

Welche Erfahrungen hast du gemacht?

  • Führst du einen Wochenrückblick?
  • Sieht dein Wochenrückblick vielleicht ganz anders aus?
  • Was hält dich davon ab, es zu probieren?

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