Es ist ein Arbeitstag wie jeder andere. Du kommst müde, hungrig und ausgelaugt nach Hause und schmeißt dich auf die Couch. Fernseher an, vielleicht noch ein kleiner Snack dazu und dann lässt du dich berieseln, bis du schließlich einschläfst.
So oder so ähnlich stelle ich mir den Alltag vieler Leute vor und ich finde es zunehmend erschreckend. Man verbringt den Tag mit einer Arbeit, die man vielleicht nicht mal mag und als Zeitverschwendung ansieht und den Abend verbringt man damit, passiv vor einer beleuchteten Wand zu sitzen. Das erinnert mich irgendwie an das Höhlengleichnis.
Mit dem Aufkommen von AI wird über kurz oder lang noch mehr Video-Content produziert werden, dieser wird noch süchtigmachender sein und die Verwandlung der Menschen in passive Bildschirm-Zombies wird weiter fortschreiten. Während der Arbeit bist du an einen Bildschirm gefesselt, während deiner Freizeit an einen oder zwei andere.
Soll so auch DEIN Leben aussehen?
Mir ist jedenfalls gestern der Kragen geplatzt. Die Woche hat 7 Abende und an jedem Abend kann man etwas unternehmen, aber ich höre aus meinem Umfeld zunehmend die Auskunft, man wäre zu müde, um noch rauszugehen. Wie aber verbringen diese müden Menschen stattdessen ihre Zeit? Vor Bildschirmen.
Sozial isoliert sitzt jeder für sich allein zu Hause und zieht sich irgendeinen unterhaltsamen Scheiß rein. Dabei ist es mir egal, ob das lehrreiche Dokumentationen oder dramabehaftete Serien sind. Welchen Nutzen hat man davon, das Leben so an sich vorbeiziehen zu lassen?
Hast du dir mal die Frage gestellt: Wieviel Zeit verbringst du pro Tag damit, dir Videos reinzuziehen? Vielleicht ein Stündchen oder zwei? Oder sind es eher 3-5 Stunden an den meisten Tagen, wenn du realistisch bist?
Die Statistik spricht Bände:
Statistik
Im Jahr 2024 verbrachten Menschen in Deutschland durchschnittlich 10 Stunden und 53 Minuten täglich mit Mediennutzung. n-tv+5fnp.de+5VAUNET+5
📊 Aufschlüsselung der täglichen Mediennutzung:
- Bewegtbild (z. B. Fernsehen, Streaming): 5 Stunden und 25 Minutenquotenmeter.de+4Presseportal+4fnp.de+4
- Davon entfallen etwa 3 Stunden und 8 Minuten auf klassisches Fernsehen. VAUNET
- Audio (z. B. Radio, Musikstreaming): 4 Stunden und 13 Minuten fnp.de+1Presseportal+1
- Davon entfallen etwa 3 Stunden und 3 Minuten auf Radiohören. VAUNET
- Online-Audio- und -Video-Konsum: 1 Stunde und 37 Minuten n-tv+3fnp.de+3Presseportal+3
Klassische Medien wie Fernsehen und Radio machen weiterhin einen signifikanten Anteil der Mediennutzung aus. Gleichzeitig wächst die Nutzung von Audio- und Video-Inhalten im Internet und macht inzwischen ein Viertel der gesamten Medienzeit aus. ZDF Presseportal+8VAUNET+8fnp.de+8fnp.de+1dwdl.de+1
📱 Smartphone-Nutzung:
Zusätzlich verbringen Menschen in Deutschland durchschnittlich 150 Minuten pro Tag mit ihrem Smartphone. Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt die Nutzung sogar bei 182 Minuten täglich.
Wollen wir wirklich ein Teil dieser Zombie-Apokalypse sein?
Ich habe es satt! Lange Zeit habe ich mich darüber aufgeregt, dass Männer beim Online-Dating nach Netflix & Chill fragen. Jetzt verstehe ich, sie kennen keine andere Beschäftigung als Netflix. Ist das nicht traurig?
Wie verbringst du deinen Tag?
Bist du aktiv, bewegst du dich, gehst du unter Menschen? Oder isolierst du dich zunehmend in deinen eigenen vier Wänden?
Ich für meinen Teil möchte ein aktives Leben führen – Dafür stehe ich mit meinem Namen. Und ich suche Menschen, die sich auch dem Video-Boykott verschworen haben und reale Abenteuer erleben wollen.
Erwartungen an das Leben
Das Problem an Filmen und Serien, das ich schon lange gesehen habe, ist, dass sie unrealistische Erwartungen erzeugen, sowohl was das Tempo als auch die Inhalte betrifft.
- In jedem Film gibt es romantische Momente, aber wann hattest du das letzte Mal einen in deinem Leben?
- In jeder Serie gibt es Konflikte und Streit, aber wann hast du dich das letzte Mal mit einem anderen Menschen auseinandergesetzt?
- Jedes TikTok Video lebt von unvorhergesehen Elementen, aber wann ist in deinem Leben das letzte Mal etwas Überraschendes passiert?
Das Gleiche gilt im Übrigen auch für Romane und für exzessives Lesen (oder Hören).
In Filmen und Romanen gibt es keinen Alltag. Es passiert ständig irgendwas und das ist unrealistisch! Es gibt uns einen Dopamin-Kick, aber es trägt nichts – ich wiederhole: nichts – zu unserem Leben bei!
Hinzu kommt, dass die sozialen Fähigkeiten der meisten Menschen durch die Isolation schlicht und ergreifend verkümmern. Von Kindern und Jugendlichen, die solche Kompetenzen gar nicht erst erwerben, möchte ich nicht mal sprechen. Und es sind nicht nur soziale Fertigkeiten, sondern auch Sachen wie Selbstbewusstsein, Mut und Entschlossenheit, die wir durch diese Passivität verlieren.
Fazit
Ich kann diesem Eskapismus nichts abgewinnen und ich hoffe, dass es auf diesem Planeten Menschen gibt, die mir dabei helfen werden, die Zombie-Apokalypse zu stoppen!
STREAMING KILLS DREAMING!
Jetzt Du!
Wieviel Zeit verbringst du pro Tag damit, dir Videos reinzuziehen? Bist du bereit, dich davon frei zu machen?
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