Langeweile als Katalysator für Kreativität

Hattest du schon einmal eine gute Idee unter der Dusche oder vielleicht beim Autofahren?

Wenn unser Gehirn in den Autopilot umschaltet, hat es Raum über kreative Fragestellungen nachzudenken, deren Lösungen dann plötzlich wie aus dem Nichts auftauchen. Wir öffnen unseren Geist, indem wir Routine-Tätigkeiten nachgehen und machen uns empfänglich für Eingebungen. Daher möchte ich dafür plädieren, der Langeweile in unserem Leben mehr Raum zu geben.

Wer sich ständig mit Insta-Reels oder Netflix-Serien zudröhnt, gibt seinem Geist nicht die Möglichkeit frei umherzuwandern und neue Pfade zu erkunden. Nicht umsonst wird das Spazierengehen von so vielen Kreativen und Intellektuellen hochgelobt. Ich selbst schaffe es leider nicht ohne Musik im Ohr spazieren zu gehen, aber wer sich ganz auf die Umgebung einlassen kann, der sollte dies auf jeden Fall tun.

Inspiration

Natürlich kann es auch hilfreich sein Input von außen zu bekommen und sich inspirieren zu lassen. Oftmals sind es jedoch die kleinen Dinge, die wirklich inspirierend sind. Die Geräusche und Gerüche in der Natur lassen sich durch nichts ersetzen. Die frische Luft auf der Haut zu spüren, dem Gezwitscher der Vögel zuzuhören kann uns in einen tiefen Zustand der Entspannung versetzen. Unsere Welt ist so reizüberflutet, dass die Ruhe therapeutisch auf uns wirken kann.

Farben, Geräusche und Gerüche können uns inspirieren. Ein Buch, ein Film oder eine Serie können zum Nachdenken anregen, wenn man es damit nicht übertreibt und sich Zeit und Raum zur Verarbeitung gibt. Auch Social Media in Maßen kann inspirierend wirken. Die Dosis macht wie immer das Gift. Insofern möchte ich nicht zum Boykott aufrufen, aber zum maßvollen Genuss.

Monotonie

Ritualisierte Handlungen sind der beste Rahmen, den wir unserem Gehirn geben können. Abläufe, die wir schon tausendfach durchgeführt haben, lassen unserem Geist genug Raum aktiv zu werden und selbst Schöpfungen hervorzubringen.

Ich möchte das Buch Daily Rituals empfehlen, in dem die Rituale verschiedener Künstler vorgestellt werden. Kunst kommt von Können und das Können lebt von Wiederholungen, die wohl als Inbegriff der Monotonie verstanden werden können. Wenn man das als Meditation versteht und sich darauf einlässt, anstatt den allgegenwärtigen Reizen hinterher zu jagen, kann man Großes erreichen.

Das Reinigen der Pinsel vor der Arbeit, das Stimmen des Instruments, all das kann uns auf die bevorstehende kreative Aufgabe einstimmen.

Wenn wir auf der Suche nach Antworten sind, können uns vielleicht folgende Tätigkeiten helfen:

  • Körperhygiene
  • Hausarbeit
  • Gartenarbeit
  • Handarbeit
  • Spazierengehen, Fahrradfahren, Autofahren

All diese Dinge reinigen den Geist und machen uns offen für Eingebungen. Allein schon diesen Artikel zu schreiben, hat mich so unfassbar beruhigt. Natürlich funktioniert Kreativität nicht auf Knopfdruck und sie braucht Zeit und Aufmerksamkeit, um zu sprießen. Wenn man sich jedoch die Zeit gibt und achtsam durchs Leben geht, wird sie einen mit tollen Ideen belohnen.

Welche Erfahrungen hast du mit Langeweile gemacht? Hilft sie dir, kreativer zu sein?

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