Projekt Wolkenkratzer Jahr 2 – oder: Was in meiner Sommerpause wirklich passiert ist

Nein, ich bin nicht ertrunken.
Ich bin nur in einem Wolkenkratzer stecken geblieben. Oder, na gut: in sieben.

Wer hier schon länger mitliest, weiß: Ich neige nicht dazu, mich zu langweilen. Als ich im Oktober 2024 anlässlich meines 36. Geburtstages das Projekt Wolkenkratzer ausgerufen habe, war der Plan eigentlich ganz klar:

Ich wollte dokumentieren, wie es aussieht, wenn man mehrere Großprojekte gleichzeitig verfolgt – also nicht „ein Ziel, ein Fokus, ein Lebensweg“, sondern eher: mehrere Baustellen, mehrere Kräne, mehrere Etagen, die parallel entstehen. Slow-Motion-Multitasking statt „Du musst dich halt mal entscheiden“.

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Das multipotentialistische Dilemma ODER Wie du Prokrastination zu deinem Vorteil nutzen kannst

Heute ist der Tag, an dem ich mit meinem Buchprojekt starte. Ich habe mich schon tagelang darauf gefreut, endlich loszulegen, aber jetzt, wo es endlich soweit ist, kotz ich im Strahl! Ich bin massiv überfordert, weiß nicht, wo ich anfangen soll und will mich einfach nur vergraben oder weiterhin Schreibratgeber lesen, bis ich umfalle. Tatsächlich habe ich schon hundert Schreibratgeber gelesen und sie haben mir die Freude am Schreiben massiv verdorben! Anders kann ich es nicht sagen.

Vor circa vier Jahren wollte ich unbedingt einen Roman schreiben und ich habe auch sehr viel Zeit in dieses Projekt investiert. Ich habe mehrere Entwürfe mit über 30 Seiten verfasst, mir einen Schreibpartner zum Austausch gesucht und sogar einen Onlinekurs absolviert. Aber am Ende des Tages bin ich immer irgendwo stecken geblieben und nicht weitergekommen, sodass ich alle angefangenen Projekte verworfen habe.

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Was ist eine Multipotentialistin?

Eine Multipotentialistin kann sich nicht auf ein Projekt festlegen. Sie hat mehrere heiße Eisen im Ofen und ist ständig am Rotieren. Abwechslung macht sie kreativ und glücklich. Sie hat viele Hobbies und Rollen und erfindet sich immer wieder neu.

Vielleicht sind wir tief in unserem Innern alle ein bisschen wie die Multipotentialistin. Wir sind berufstätig, Hausfrau und Mutter zugleich, sowie Schwester, Tochter und angehende Künstlerin. Wir haben Hobbies, Leidenschaften und Interessen und schaffen es nicht immer alles unter einen Hut zu bringen. Das ist okay!

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Multipotentialistin 2.0 – Die Potentialistin wird geboren – Mein zweiter Blog-Geburtstag

Nach zwei Jahren als Multitalent ist die Multipotentialistin ausgebrannt und möchte sich um Himmels willen keine weiteren Hobbies ans Bein binden. Konstante Überforderung, Druck und Stress trieben mich an. Dass das nicht nachhaltig ist, hätte mir irgendwie klar sein können, war es aber nicht.

Es war ein tolles Experiment: Kann man wirklich an mehreren Wolkenkratzern gleichzeitig arbeiten?

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Entschleunigung – Mein Beitrag zur Blogparade

Entschleunigung ist ein seltsames Wort. Stress und Bremse waren die ersten Assoziationen, die mir dazu in den Kopf kamen. Wenn ich jedoch genauer darüber nachdenke, dann fühle ich eher Ruhe, Sicherheit und Entspannung dabei. Das liegt daran, dass der Prozess der Entschleunigung selbst ein langsamer ist. Ich trete gerade nicht mit Vollkaracho auf die Bremse und komme abrupt zum Halt, sondern nehme langsam Tempo raus, sodass ich ruhig und sicher von der Autobahn abfahren kann.

Das Bild mit der Autobahn ist eine wunderschöne Allegorie, wie unser modernes Leben sein könnte. Manchmal muss es schnell gehen und wir haben sichere Methoden geschaffen, wie wir unser Reiseziel in Windeseile erreichen können. Dabei ist alles klar geregelt und wir können uns darauf verlassen, dass diese Art zu reisen uns nicht überfordert. Wir fahren langsam auf die Autobahn, beschleunigen und wenn wir unser Ziel erreicht haben, fahren wir langsam wieder runter und gehen in ein gemächlicheres Tempo über.

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