Man kann sich natürlich darüber streiten, ob es wirklich produktiv ist, viele Browser-Tabs offen zu haben. Vielleicht sollte man sich die Tools und Webseiten, die ich in diesem Artikel vorstelle, lieber als Lesezeichen speichern und nur nach Bedarf abrufen. Für mich funktioniert es aber mit den Browser-Tabs am Besten, auch wenn mein Laptop es manchmal als Überforderung empfindet. Ich habe so immer alles, was ich brauche, griffbereit. Einige der Anwendungen nutze ich auch als native App, aber alle funktionieren auch im Browser, was ich wirklich praktisch finde.
Da diese Tools für mich absolut überlebensnotwendig sind, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll und in welcher Reihenfolge ich sie vorstellen sollte. Wahrscheinlich kennt ihr die eine oder andere App schon, ich möchte sie aber trotzdem nicht unerwähnt lassen. Man muss das Rad ja nicht neu erfinden und kann auf das, was für viele Menschen gut funktioniert, zurückgreifen. Einige Anwendungen kennt ihr aber bestimmt noch nicht, denn ich experimentiere immer viel und teste jedes neue Tool, das mir in die Finger kommt, sofort auf Herz und Nieren.
Die Web-Anwendungen, die ich am meisten nutze, stelle ich euch in diesem Artikel vor.
Planung
Ich nutze tatsächlich mehrere Tools für meine Planung. Das liegt daran, dass ich das perfekte Tool noch nicht gefunden habe und all diese Anwendungen Vor- und Nachteile haben. Außerdem mag ich es nicht, wenn ich zu viele Aufgaben auf einmal vor mir sehe. Wenn ich eine einzige To-Do-App verwenden würde, hätte ich morgens eine Liste mit 23 Elementen vor mir und das würde mich so demotivieren, dass ich wahrscheinlich gar nichts machen würde. Also verteile ich meine Aufgaben auf verschiedene Anwendungen.
Kalender
Ich weiß nicht, ob es irgendjemanden gibt, der keinen Kalender verwendet, aber ich wäre ohne nicht lebensfähig und ich glaube, ich muss zu diesem Punkt gar nicht so viel sagen. Ich nutze mehrere Google-Kalender, die mit verschiedenen Leuten geteilt werden und habe so immer alles auf dem Laptop, auf dem Handy und meistens auch im Kopf, da ich häufig reinschaue.
Link: Google Calendar
Trello
Trello ist definitiv eine meiner liebsten Apps und ich nutze sie mehrmals täglich. Tatsächlich ist mein Wochenplan das Erste, wo ich morgens reinschaue. Ich plane dort hauptsächlich meine Haushaltsaufgaben, aber auch andere Aufgaben, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen (wöchentlich, monatlich, 3-monatlich, 6-monatlich, jährlich – das alles kann man mit Trello ganz gut einstellen).
(Über meinen Wochenplan habe ich hier schon einmal geschrieben, kann aber gern auch einen eigenen Artikel zu dem Thema verfassen, falls daran Interesse besteht.)
Ich nutze Trello außerdem zur monatlichen Planung, für meinen 5-Jahresplan und sammle dort Material zu einzelnen Projekten. Das würde ich aber eigentlich ganz gern mal in mein Evernote aka. Second Brain umziehen. Aber eigentlich wäre es auch schön, die Sachen in Trello zu lassen, denn ich liebe Trello wirklich sehr!
Link: Trello* (Referral Link)
Microsoft To Do
Ich war sehr wütend, als Microsoft Wunderlist gefressen hat. Denn Wunderlist war zu dem Zeitpunkt eines meiner liebsten Tools. Auch hier kann man die Aufgaben wiederholen. Das Layout ist schlicht und logisch aufgebaut. Anders als in Trello legst du hier nicht Boards an, sondern Listen, aber diese kann man auch strukturieren und zu Ordnern zusammenfassen. Es bietet also durchaus Potential komplexere Projekte abzubilden, obwohl es dafür mittlerweile auch anspruchsvollere Tools gibt.
Link: Microsoft To Do
ClickUp
Ganz neu unter den Planungs-Tools und ein Grund dafür, dass ich nicht noch viel mehr von diesen Apps verwende, ist die eierlegende Wollmilchsau ClickUp. Es gibt dort sowohl Boards, als auch Listen, als auch Kalender, Dokumente, Automatisierungen und sogar AI-Funktionen. Ich nutze bei weitem nicht alle dieser Funktionen, möchte das zukünftig aber gern ausbauen.
Ich nutze ClickUp aktuell vor allem für meine Blogpost-Planung und für meine privaten Ziele. Es eignet sich hervorragend für umfangreiche Listen. Mit umfangreich meine ich zum Beispiel all meine Artikelideen (178 Elemente) und meine 40-before-40 Bucket List (40 Elemente, da hättest du selbst drauf kommen können).
Es ist toll, dass es so viele verschiedene Ansichten für dieselbe Sache gibt. Je nachdem, worauf man den Fokus legen möchte, kann man die Ansicht umschalten, verschiedene Sortierungen und Filter anwenden und diese Ansichten auch für später speichern. Außerdem kann man benutzerdefinierte Felder hinzufügen.
Wenn du ein Tool suchst, das richtig viel kann, empfehle ich ClickUp sehr! (oder Coda, aber dazu später)
Link: ClickUp
Recherche
Natürlich nutze ich hauptsächlich Google für meine Recherche, aber das habe ich nicht immer als Tab geöffnet, ich habe eher Dutzende Tabs mit Suchergebnissen, die ich mir noch mal in Ruhe anschauen will, geöffnet. Gerade sind es etwa 10. Die Anwendungen in dieser Liste helfen mir aber sehr, Herrin über das Chaos zu werden, deswegen sind sie auf jeden Fall empfehlenswert.
OneTab
OneTab ist so gesehen keine Webanwendung, sondern eine Browsererweiterung für Chrome. Mit einem Klick verwandelt es all deine geöffneten Tabs in eine Liste von Links. Ich weiß nicht, ob das nur mir passiert, aber manchmal verliert man echt die Kontrolle über die ganzen Tabs und dann hilft OneTab wunderbar dabei mit nur einem Klick wieder Herrin der Lage zu werden. Gelegentlich muss man da natürlich auch wieder reingucken, um die Links weiter zu verwenden.
Link: https://chrome.google.com/webstore/detail/onetab/chphlpgkkbolifaimnlloiipkdnihall?hl=de
Evernote
Evernote ist die Hauptschaltzentrale meines Second Brains. Dort sammle ich alle meine Notizen. Ich habe dort fast 1500 Notizen und einige Themen habe ich auch noch woanders. Evernote kennen vielleicht die meisten schon, da es bereits ziemlich lange am Markt ist. Für die Recherche ist es einfach unabdingbar, ich speichere dort aber auch Kinder meines Geistes, also Ideen und Artikel-Snippets, erste Entwürfe bzw. Gliederungen. Außerdem sammle ich Witze, Komplimente und Vokabeln.
Evernote ist nicht nur für meine Recherche wichtig, sondern auch zur Inspiration und Dokumentation. Es macht mir Spaß, meine Notizen gelegentlich durchzugehen, aufzuräumen und dabei auf neue Ideen zu kommen. Weitere Bestandteile meines Second Brains sind OneDrive und natürlich meine Festplatte. Aber Evernote ist und bleibt meine kreative Goldgrube.
Link: https://www.evernote.com/
ChatGPT & Bard
Von ChatGPT hat mittlerweile wirklich jeder gehört. Noch besser finde ich allerdings Bard, das Produkt von Google. Beides sind KI-Chatbots, die Fragen und Prompts beantworten können. Ich nutze sie zur Recherche, obwohl nicht immer alle Informationen korrekt sind. Wenn man aber einen ungefähren Eindruck bekommen möchte und es auf die Details nicht so ankommt, sind sie super Gesprächspartner. Über manche Themen haben sie auch richtig viel Ahnung.
Ja, man kann diese Chatbots auch noch für viele andere Sachen verwenden und es gibt ganze Onlinekurse darüber. Das wird sich in den nächsten Jahren sicher noch verstärken, je mehr KI-Tools an den Markt kommen. Ich bin auf jeden Fall gespannt und probiere mich munter durch alle neuen Angebote durch.
Die Zukunft ist da!
DeepL
DeepL ist die beste Übersetzungssoftware, die es gibt. Die Resultate sind viel besser als bei Google. Deswegen solltet ihr dieses Tool auf jeden Fall auf dem Schirm haben. Ich spreche ja in meinem Alltag viel Englisch und recherchiere auch viel auf Englisch, mache Online-Kurse auf Englisch usw. Da ich trotz allem nicht perfekt in der Fremdsprache bin, ist es extrem hilfreich, einzelne Vokabeln nachschlagen zu können, und extrem zeitsparend, ganze Sätze und Texte zu übersetzen. Die Chatbots können das wohl auch, aber DeepL ist eben darauf spezialisiert und die Ergebnisse sprechen für sich.
Link: https://www.deepl.com/translator
Schreiben
Wenn ich am Rechner sitze, schreibe ich eigentlich auch immer irgendwas. Ein Paragraf hier, ein Absatz da oder wenn ich Zeit habe, auch gern längere Texte. Deswegen sind die Apps in dieser Liste für mich absolut unersetzlich.
OneNote
Ich nutze OneNote sowohl im Browser als auch in der App-Version. Ich schreibe darin meine Morgenseiten und meinen Wochenrückblick, also praktisch immer irgendwas. Das Schöne an OneNote ist die Struktur. Man hat Abschnitte mit Seiten. Das Dokument ist also kein Fließtext, sondern ist wie ein Buch gegliedert. Im Falle meiner Morgenseiten lege ich jeweils einen Abschnitt für den Monat an und dann einzelne Seiten für die individuellen Tage, sodass ich am Ende des Jahres ein ziemlich umfangreiches Dokument habe.
OneNote ist von Microsoft und kostenlos verfügbar. Man muss nicht die übrigen Office-Produkte nutzen, um OneNote zu haben, es genügt einen Microsoft-Account zu haben. Ich würde es auch als Notizbuchapp empfehlen, sofern man eher textbasierte Notizen hat. Das Einfügen von Bildern und anderen Medien finde ich in OneNote nämlich nicht so gut.
Link: https://www.onenote.com/
Coda
Coda ist ein neueres Tool, aber eines, in das ich mich sofort verliebt habe. Es ist eigentlich auch eine eierlegende Wollmilchsau, wie Clickup oder Notion, aber ich nutze in Coda bei Weitem nicht alle Funktionen, weswegen es bei mir in der Rubrik Schreiben ist. Man könnte es aber sicherlich auch unter Planung oder Projektmanagement einsortieren.
Ich schreibe alle meine Blogposts in Coda und viele weitere Texte. Was mir an Coda besonders gut gefällt, ist, dass ich die Überschriften zusammenklappen kann und der dazugehörige Text dann verschwindet. So kann ich meine Gliederung überprüfen und einzelne Passagen überarbeiten und muss nicht immer das ganze Werk auf einmal im Blick haben. Aber das ist nur eine Nebenfunktion. Viel wichtiger ist, dass man mit Coda Funktionen implementieren kann, ohne Programmieren zu müssen.
Es gibt zu Coda sehr viele gute Videos und Anleitungen. Schaut unbedingt rein, wenn ihr euch dafür interessiert. Ich mag Coda extrem gerne und nutze es wirklich viel!
Link: https://coda.io/
Zusammenfassung
Es gibt wirklich sehr viele gute Tools da draußen und es macht mir sehr viel Spaß, neue auszuprobieren. Bei den hier vorgestellten Tools bin ich aber irgendwie hängen geblieben. Ich finde sie nützlich, sie helfen mir bei der Alltagsgestaltung und dem Schreiben von Blogposts.
Jetzt Du
Welche Browser-Tabs hast du immer offen? Welche dieser Tools kennst du noch nicht, möchtest sie aber gern ausprobieren?
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