Dankbarkeit ist eine wesentliche Komponente für Zufriedenheit. Wer sich an dem, was er hat, erfreuen kann, ist definitiv glücklicher, als jemand, der seinen Reichtümern keine Beachtung schenkt. Es gibt unfassbar vieles, wofür man dankbar sein kann und ich möchte schon seit längerem darüber schreiben, zweifele aber daran, ob ich wirklich AUCH NOCH einen Artikel zu dem Thema verfassen muss.
Denn ich möchte echt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher kommen und dir ein schlechtes Gewissen machen, dass du so vieles für selbstverständlich ansiehst. Und ich möchte auch nicht sagen, dass es falsch ist, mehr oder anderes zu wollen. Denn es gibt Zustände, die unerträglich sind und obwohl man in der Regel auch in der tiefsten Not etwas finden kann, wofür man dankbar sein kann, halte ich es dennoch für die bessere Herangehensweise so eine Situation zu verändern oder zu verlassen, anstatt krampfhaft etwas Gutes darin sehen zu wollen.
Damit meine ich zum Beispiel, dass du natürlich dankbar sein kannst, dass dein Job deinen Lebensunterhalt sichert, aber wenn du dich jeden Tag zur Arbeit quälst, solltest du trotzdem versuchen, etwas zu verändern. Oder sagen wir, du machst eine emotionale Krise durch – natürlich bist du dankbar, dass deine Freunde dir zur Seite stehen, aber lieber wäre es dir, wenn es dir besser gehen würde.
Dankbarkeit zu kultivieren, kann dich glücklicher machen, aber es ist eben wichtig, wirklich Dankbarkeit zu empfinden und nicht zu denken, ich SOLLTE dankbar sein. Das ist ein gutes Indiz dafür, dass etwas schief läuft. Vergleiche werden dich auch nicht weiter bringen. Es gibt doch diesen dummen Spruch: in Afrika verhungern Kinder, also iss dein Essen auf. Als würde das den Kindern in irgendeiner Form helfen.
Dankbarkeit im Alltag
Wie kann man also aufrichtige Dankbarkeit in seinem Alltag verankern? Dafür habe ich 3 kleine Ideen:
1) Dankbarkeitstagebuch
Leg dir ein kleines Notizbuch auf deinen Nachttisch und notiere dir jeden Morgen oder Abend ein paar Punkte, für die du an diesem Tag dankbar bist. Im Laufe der Zeit wird so eine beachtliche Liste zusammenkommen, auf die du gelegentlich zurückblicken kannst. Wenn du jeden Tag auch nur zwei oder drei Punkte hinzufügst, wird die Dankbarkeit wachsen und vielleicht fühlst du dich an manchen Tagen inspiriert, richtig viel aufzuschreiben. Lass dich von deinem Gefühl leiten!
Wichtig ist, diese Gewohnheit konsequent auszuführen und keinen Tag auszulassen. Selbst wenn du einen schlechten Tag hattest, gibt es immer etwas Gutes zu finden. Immer! Du wirst manchmal vielleicht länger nachdenken müssen, aber dich damit zu beschäftigen, kann deine schlechte Laune in gute verwandeln und du kannst dann mit einem besseren Gefühl einschlafen oder in den Tag starten.
Eine Alternative zur Liste ist es, jeden Tag nur eine Sache, für die man dankbar ist, zu notieren, aber dafür noch ein paar Gründe, warum man dafür dankbar ist, hinzuzufügen. 3-5 würde ich empfehlen. Und natürlich musst du kein physisches Notizbuch verwenden, die Notiz-App im Handy tut es auch.
2) #3GuteDingeDesTages
Auf X (ehemals Twitter) gibt es einen Trend jeden Abend #3GuteDingeDesTages zu teilen. Diese Tradition finde ich sehr schön, denn es macht durchaus Sinn, uns mit unseren Mitmenschen über positive Erlebnisse auszutauschen. Glück ist schließlich das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.
Du musst das natürlich nicht öffentlich posten. Du könntest deine 3 guten Dinge des Tages sogar nur einer einzigen Vertrauensperson schicken. Es ist ein schönes Ritual, das eure Freundschaft vertiefen kann.
3) Danke sagen
Der beste Weg, um Dankbarkeit zu kultivieren, besteht darin, sich einfach immer zu bedanken, wenn jemand etwas Nettes tut oder etwas Gutes passiert. Menschen freuen sich über Dankbarkeit und Anerkennung. Ein einfaches Danke ist ein guter Weg, etwas zurückzugeben.
Wenn du noch mehr Dankbarkeit zeigen willst, kannst du auch einen Dankesbrief verfassen. Du kannst dich für kleine Sachen bedanken, aber auch dafür, dass jemand immer für dich da ist. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Wofür dankbar sein?
Abgesehen von den unvorhersehbaren Dingen, die Tag für Tag passieren, gibt es einige Dinge, für die wir immer dankbar sein können. Für mich fällt zum Beispiel fließendes Wasser und Wifi in diese Kategorie. Ich möchte dir im Folgenden ein paar Anregungen für dein Dankbarkeitstagebuch geben.
Gesundheit und Körper
Du hast 2 Beine, 2 Arme und eine Nase? Dein Körper funktioniert meistens tadellos? Ein guter Grund dankbar zu sein. Ich hatte früher in meinen Tanzkursen ein kleines Ritual, am Ende der Stunde Dankbarkeit zu äußern: Wir danken unseren Füßen, dass sie uns immer tragen. Und genauso kannst du auch deinem Herzen danken, dass es für dich schlägt oder deiner Lunge, dass sie dich mit Sauerstoff versorgt.
Gesundheit wird oft erst wichtig, wenn sie fehlt, deswegen sollten wir dankbar sein, solange wir sie haben.
Was ermöglicht dir dein Körper? Kannst du gehen, tanzen, Auto fahren, Trampolin springen, mit Messer und Gabel essen, ein Handy bedienen? Sicher fallen dir noch mehr Beispiele ein, wofür du dankbar sein kannst.
Wohnen und Gegenstände
ist es nicht schön, ein Dach über dem Kopf zu haben? Eine Badewanne und einen Geschirrspüler zu besitzen? Ich bin vor allem immer wieder dankbar für meine wundervolle Couch. Aber die Waschmaschine und der Kühlschrank sind auch echt toll. Schau dich einfach mal um, was dir den Alltag erleichtert, was dir Komfort bietet und was dich einfach nur glücklich macht.
Kleidung fällt vielleicht auch in diese Kategorie. Hast du ein Teil, das du besonders liebst oder das besonders schwer zu ergattern war? Hast du eine Lieblingsklamotte, die du so oft getragen hast, dass sie sich mittlerweile schon auflöst? Dankbar sein solltest du auch, wenn du dir etwas neues kaufst.
Menschen
Am meisten bereichern jedoch unsere Mitmenschen unser Leben und das gerade in Krisenzeiten. Aber auch wenn man gemeinsam lachen und albern sein kann, ist das ein guter Anlass für Dankbarkeit. Man kann für gute Unterhaltungen dankbar sein, für liebevolle Aktionen und für gemeinsame Erlebnisse. Danke, dass es dich gibt, sagt man doch viel zu selten. Wird Zeit, dass wir dem mehr Aufmerksamkeit schenken.
Jetzt Du!
Wie integrierst du Dankbarkeit in deinen Alltag? Wofür bist du besonders dankbar?
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