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„Prioritäten entscheide ich spontan“ – Interview mit Sebi

Interview mit Sebi

Würdest du dich als Multipotentialisten bezeichnen? Warum?

Bevor mich gestern eine selbsternannte Multipotentialistin besuchte und mir von dieser Idee erzählte, hatte ich diesen Begriff noch nicht gehört.

Allerdings ruft das Wort bestimmte Assoziationen hervor, in denen ich meinen Charakter wiederfinden kann.

Die anderen Begriffe die ich gehört habe, haben mir nicht so gut gefallen, deshalb das.

Was machst du beruflich? Kannst du zwischen Beruf und Privatem trennen?

IT Krims Krams. Aber als neuerkannter Multipotentialist hatte ich schon viele wechselnde Berufe und mit 1,5 Jahren von 10 in Arbeit, ist das bisher der längste!

Wieviele Projekte hast du gerade am Laufen?

Puh.. so spontan fallen mir 6 ein.

Wann bist du mit einem Thema oder Projekt durch?

Die meisten Projekte laufen mal, dann ruhen sie wieder, ich ärgere mich nicht, wenn es mal eine Pause bei einem Projekt gibt. Man hat ja auch genug zu tun, wenn es nur 3 Projekte gibt.

Wie sieht dein idealer Tag aus?

Mein idealer Tag ist sehr stimmungsabhängig.

Heute war schon ziemlich gut: Ich war früh wach, habe viel beim Renovieren geschafft, mich gut mit meiner Freundin verstanden, gutes Sonntagsbad, gleich noch pubquiz.

Bescheidenes Glück.

Was ist Erfolg für dich? Wie wichtig ist es dir, erfolgreich zu sein?

Wenn ein Freund sich über meine Taten freut. Wenn ich etwas schaffe, was ich mir vornehme. Wenn ich ein gutes Gespräch mit jemandem führe.

Und noch mehr..

Mir ist wichtig, den Erfolg wahrzunehmen und so besser wertschätzen zu können.

Große Ziele sind bescheuert und Das Scheitern ist vorprogrammiert.

Wie priorisierst du deine Projekte?

Die Projekte kommen und gehen, ich füge mich. Prioritäten entscheide ich spontan.

Welche Tools nutzt du zur Organisation und Planung?

Google calendar, meetup, Zettel, Stift, Geld.

Hast du Rituale, die dir helfen, dich zu fokussieren?

Schwierig zu beantworten – wann ist eine Handlung ein Ritual?

Ich habe keine festgelegten Rituale und denke oft, ich sollte mir welche einrichten – aber dann vergesse ich es wieder.

Wie schaffst du es konstant kreativ zu bleiben?

Ja, ich probiere immer neue Sachen aus und sehe Kleinigkeiten, die ich anders machen würde.

Erst Vorgestern habe ich zum ersten mal einen Avocado-lassi probiert.. spannend, aber irgendwie zu kokos-fettig..

Gestern habe ich das Wort „Ab-lappen“ für mich entdeckt.

Wieviel von deinem Tag planst du? Wieviel Raum lässt du für Spontaneität?

Ich plane meistens so 1-2 Tage grob im Voraus, aber oft passt noch irgendeine Aktion dazwischen und das mache ich dann halt zusätzlich.

Viele Termine stehen auch schon lange vorher in meinem Google Cal, damit ich halt dran denke.. Also die Spontan(e)ität kommt mit der mittelfristigen Planung..

Unterstützt dein Umfeld deinen Lifestyle? Oder begegnest du oft Unverständnis?

Unterstützen würde ich nicht sagen, ich habe oft das Gefühl, die Menschen leben nebeneinander her und interessieren sich wenig füreinander.

Niemand steht meiner Art zu Leben im Weg, aber unterstützend finde ich nur die Wenigsten.

Früher bin ich auf mehr Unverständnis gestoßen, weil alles in irgendwelchen Vorgeschriebenen Bahnen laufen muss(te)..

Heutzutage darf ich dank des beschriebenen egalitären Nihilismus der Welt auf sich selbst bezogen tun, was ich mag..

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