Minimalismus ist eine Philosophie, die sich auf alle Lebensbereiche anwenden lässt, und für mehr Klarheit und Ordnung sorgt. Auch im Bereich von Selbstmanagement, Planung und Zielsetzung kann man minimalistisch vorgehen. Das wichtigste Prinzip dabei liegt darin, sich auf das Wesentliche zu fokussieren, Prioritäten zu setzen und jeweils nur eine Aufgabe in den Mittelpunkt zu stellen.
Da auch Multipotentialistinnen nicht an zwei Orten gleichzeitig sein können, ist auch für uns diese Art der Planung interessant. Vor allem weil es viel Raum für Flexibilität, Kreativität und spontane Anpassungen lässt und weniger Vorbereitungszeit in Anspruch nimmt, als alles minutiös durchzuplanen. In diesem Artikel möchte ich ein paar häufig gestellte Fragen zum Thema Minimalistische Planung beantworten, sodass das Konzept klar wird und du entscheiden kannst, ob es etwas für dich ist.
Häufig gestellte Fragen
Was ist minimalistische Planung?
Minimalistische Planung bedeutet Planung gemäß den Prinzipien des Minimalismus: Bewusster Verzicht, um Platz für das Wesentliche zu lassen. Das bedeutet, dass du deine Planung an deinen Werten und Kapazitäten ausrichtest und alles, was damit nicht im Einklang ist, weglässt und streichst.
Dabei gibt es verschiedene Ansätze und Methoden, die je nach Persönlichkeit und Lebensstil vielleicht mehr oder weniger passend sind. Ein wichtiger Fokus liegt darauf, die wichtigsten Aufgaben zuerst zu erledigen und so mehr Freizeit und Raum für Spontaneität zu schaffen.
Wie unterscheidet sich minimalistische Planung von traditionellem Zeitmanagement?
Minimalistische Planung ist eine bewusste, vereinfachte Herangehensweise, die langfristige Ziele und das Wohlbefinden in den Vordergrund stellt, während traditionelles Zeitmanagement primär auf Effizienz und Produktivität abzielt. Dabei liegt der Fokus auf Qualität statt Quantität.
Welche Methoden minimalistischer Planung gibt es?
Time Blocking
Plane in deinem Kalender, wie du deine Zeit nutzen möchtest, anstatt jede Aufgabe einzeln aufzulisten. Ich habe zum Beispiel pro Tag jeweils einen Zeitblock zum Schreiben meines Buches und einen Zeitblock zur Arbeit an meinem Business eingetragen. Dies hat den Vorteil, dass du hinsichtlich der Gestaltung deines Zeitblocks völlig frei bist und nur ein Tool brauchst: deinen Kalender.
Eisenhower Matrix
Die Eisenhower Matrix hat 4 Kategorien:
Du kannst alle deine Aufgaben in diese Tabelle einfügen. Generell wird empfohlen, dass die Aufgaben aus den Quadranten 3 und 4 delegiert oder verworfen werden sollen, während die Aufgaben aus Quadrant 1 (wichtig und dringend) sofort angegangen werden müssen. Mehr zur Eisenhower Matrix kannst du auf der Karrierebibel nachlesen.
Der Bestseller-Autor und Zeitmanagement-Pionier Stephen Covey empfiehlt hingegen in seinem Buch Die 7 Wege zur Effektivität* möglichst viel Zeit in Quadrant 2 (wichtig und nicht dringend) zu verbringen, da sich auf diese Weise viele dringliche Aufgaben im Vorfeld vermeiden lassen (Beispiel: Regelmäßige Gesundheitsvorsorge kann verhindern, dass eine Krankheit später dringend behandelt werden muss.)
Außerdem arbeitest du auf diese Weise an langfristigen Zielen, die mit deinen Werten im Einklang sind und kannst Stress vermeiden, weil du nachhaltig vorgehst und dringend zu löschende Feuer im Vorfeld vermeidest.
Thementage
Teile deine Woche in bestimmte Thementage ein, z. B. Montag Planungstag, Dienstag Haushaltstag etc. Dadurch strukturierst du deinen Fokus ohne detaillierte Pläne und vermeidest Kontextwechsel. Für diese Methode brauchst du im Prinzip überhaupt kein Tool oder höchstens eine Notiz. Du musst auch nicht für jeden Tag ein Motto festlegen. Steig doch mit einem Haushalts- oder Planungstag ein und schau, was sich ergibt.
Eine Sache
Die allerminimalistischste Herangehensweise ist wohl die, sich jeden Tag ganz knallhart nur eine einzige Sache vorzunehmen. Wenn du jeden Tag eine Aufgabe erledigst, hast du in einem Jahr 365 Aufgaben erledigt und signifikante Fortschritte gemacht. Diese Art der Zielsetzung zwingt dich, Prioritäten zu setzen und Druck rauszunehmen.
Niemand sagt, dass du nur eine Aufgabe erledigen DARFST, dein Tag hat auch 24 Stunden und du kannst viele weitere Aufgaben erledigen, aber durch den Fokus nimmst du den Druck und die Überforderung raus und kannst langfristig mehr erreichen.
Wie fange ich mit minimalistischer Planung an?
Es hängt natürlich stark davon ab, ob du deinen Alltag aktuell minutiös planst oder bisher noch gar keine Ziele setzt.
Im ersten Fall solltest du deine Aufgaben priorisieren und die Anzahl reduzieren. Die Methoden, die ich vorgestellt habe, können dir dabei helfen.
Wenn du aktuell gar keine Ziele setzt, könntest du damit anfangen, dir jeden Tag eine Sache vorzunehmen.
Brauche ich spezielle Tools für minimalistische Planung?
Das Schöne an minimalistischer Planung ist, dass man fast gar keine Tools braucht. Stift und Papier reichen in den meisten Fällen und vielleicht möchtest du ja ein Notizbuch für deine Planung reservieren und es Bullet Journal nennen (oder auch nicht ^^).
Wie viele Ziele sollte ich mir maximal setzen?
Natürlich hängt das stark von dem gewählten Zeitrahmen ab, aber grundsätzlich würde ich ein Maximum von 3 Zielen vorschlagen wollen. Alles Andere kannst du ja trotzdem machen, du MUSST aber nicht.
Wie priorisiere ich Aufgaben in einer minimalistischen Planung?
Um deine Aufgaben besser priorisieren zu können, ist es hilfreich, sie in einen größeren Kontext zu setzen. Du könntest dich fragen, ob diese Aufgabe dich deinen Zielen näher bringt oder nicht und was die Konsequenzen wären, wenn du sie einfach unter den Tisch fallen ließest. Dabei kann die schon erwähnte Eisenhower Matrix helfen.
Was mache ich, wenn ich zu viele Projekte habe?
Ich kenne das Problem nur zu gut. Aber gerade wenn man viele Projekte hat, ist es eher zielführend, nur grob, also minimalistisch zu planen, anstatt alles minutiös durchzutakten. Es ist in diesem Fall besonders wichtig, dass du dir nicht zu viele Aufgaben und Projekte in einen Tag knallst, die du dann am Ende gar nicht bewältigen kannst, sodass du überfordert und paralysiert wirst. Das passiert mir nämlich immer, wenn ich mir zu viel vornehme. Ich mache dann gar nichts.
Also schau dir in jedem Fall an, wieviel Zeit du wirklich für jedes Projekt brauchst und wieviel Zeit dazwischen du brauchst, um von einem zum anderen Projekt zu wechseln. Vielleicht möchtest du deine Projekte auf die ganze Woche verteilen und von den Thementagen Gebrauch machen. Vielleicht möchtest du sie sogar auf ein ganzes Jahr verteilen und dir mehrere Sprints oder 30 Tage Challenges setzen, während derer du nur an diesem einen Projekt arbeitest.
Du könntest auch ein Projekt in den Fokus rücken und die anderen als Hobby betrachten oder als Side Quests, die weniger Zeit erfordern. Zum Beispiel jeden Tag eine halbe Stunde Gitarre üben oder einmal pro Woche zum Gitarrenunterricht gehen, wäre so ein Side Quest. Das kann man problemlos neben dem Schwerpunkt machen. Es kann aber sein, dass es trotzdem viel mentale Energie erfordert. Deswegen ist es wichtig, großzügig zu planen.
Jetzt Du!
Hast du schon von minimalistischer Planung gehört? Könntest du dir vorstellen, es auszuprobieren?

