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Kreativität to go – Wie ich draußen neue Ideen finde

Spätestens seit ich The Extended Mind: The Power of Thinking Outside the Brain* gelesen habe, weiß ich: Wir denken besser, wenn wir draußen sind. Unser Umfeld beeinflusst unsere Kreativität enorm – ob es nun die Einrichtung des Raums ist, in dem wir sitzen, die Architektur der Straße, durch die wir gehen, oder der Himmel über uns.

Räumlichkeit ist nicht nur Kulisse, sondern aktiver Mitspieler im Denkprozess. Und es gibt nur einen Ort, der kreatives Denken noch stärker ankurbelt: die Natur.

Wenn dich das Thema interessiert, lies unbedingt dieses Buch – es ist für mich ein echter Game Changer. Ich habe so viele praktische Impulse daraus gezogen. Aber darum soll es hier gar nicht gehen.

In diesem Artikel geht es darum, wie der Sommer uns nach draußen lockt – und warum das eine Einladung für deine Kreativität sein kann. Ich zeige dir, wie du unterwegs kreativ bleibst, welche Tools mir helfen und wie sich selbst das chaotischste Ideengewitter wunderbar in einem Park sortieren lässt.

Das Kreativ-Kit für Unterwegs

Dein Kreativ-Kit wird anders aussehen, je nachdem, ob du ein musischer, zeichnerischer, photographischer, filmischer Typ oder ein Wortakrobat bist. Dem Einen darf der Skizzenblock nicht fehlen, während die Andere nie ohne ihr Musikinstrument aus dem Haus geht. Was aber alle brauchen, ist ein Ort, um Notizen zu machen. Das kann ein kleines Büchlein sein, das man konsequent überallhin mitnimmt oder die App auf dem Handy, die stets griffbereit ist.

Das Notizbuch

Du denkst, du wärst unkreativ und bräuchtest kein Notizbuch? Lass mich dich vom Gegenteil überzeugen! Kreative Ideen betreffen ja nicht nur künstlerische Projekte, sondern treten auch – und ich würde behaupten, sogar am häufigsten – in Bezug auf Alltagsprobleme auf. Dir ploppt vielleicht eine Idee in den Kopf, wie du deine Garage am besten sortieren kannst oder welches Waschmittel du unbedingt brauchst und wenn du dann keinen Ort hast um das festzuhalten, wird diese Idee dir wieder entwischen.

Mit einem Notizbuch kannst du aber auch, wenn du gerade eine ruhige Minute hast, eine Liste verfassen, deine Umgebung dokumentieren, ein paar Schnörkel malen. Mehr Anregungen findest du weiter unten. Diese Notizen können dir als Inspiration dienen. Ich persönlich bin die größte Anhängerin von handschriftlichem Schreiben und gehe nicht ohne ein physisches Büchlein aus dem Haus. Selbst wenn ich mich mit Freunden in einer Bar treffe, habe ich mein Notizbüchlein dabei.

Besorg dir doch einfach mal ein kleines Büchlein (A6) und halte es zusammen mit einem Stift in deiner Tasche bereit. Dann setz dich auf eine Parkbank in die Sonne und schau, was passiert.

Das Diktiergerät

Natürlich musst du dir kein Diktiergerät kaufen – gibt es die überhaupt noch? Dein Handy lässt sich wunderbar nutzen, um entweder Audioaufnahmen zu machen oder gleich Sprache in Text umzuwandeln. So kannst du dir das Tippen sparen und trotzdem umfangreiche Notizen generieren.

Ich fand das immer sehr anregend, in Filmen zu sehen, wie Leute kleine Memos an sich selbst aufnehmen. Früher hätte man sich vielleicht etwas auf den Anrufbeantworter gesprochen, heute schickt man sich selbst ne Sprachnachricht über Whatsapp.

Ich bewundere alle, die keine Hemmungen haben, ihre eigene Stimme zu hören und komplett mit Audio arbeiten. Ich persönlich nutze die Spracherkennung immer mehr, wandle das aber in Text um. Mit Evernote geht das Transkribieren super easy.

Statt Audio-Aufnahmen kann man natürlich auch kleine Videos aufnehmen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto sinnvoller erscheint mir das für umfangreiche Ideen zu sein. Man kann ein ganzes Projekt innerhalb von 3 Minuten auf Video oder Audio skizzieren und das dann später, wenn man mehr Zeit hat, umsetzen und ausarbeiten.

Das Tablet

Statt Notizbuch, Stift und Handy mitzunehmen, kannst du natürlich auch dein Tablet parat haben. Auch damit lassen sich wundervoll Notizen machen, kleine Skizzen anfertigen, Fotos schießen, Audioaufnahmen machen – aber das weißt du ja selbst. Und du kannst Textstellen in Ebooks anstreichen, während du im Park auf der Wiese liegst und chillst.

Inspiration von (Dr)außen

Was aber schreiben wir denn nun auf?
Abgesehen von plötzlichen Geistesblitzen gibt es viele Möglichkeiten, dein Kreativ-Kit zu nutzen und unterwegs deiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

Verfasse eine Liste

Klingt unspektakulär, ist aber eine meiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen.
Listen gehen immer – und sie können alles sein: Wunschzettel, Lieblingsgerüche, Geräusche des Tages, Dinge, die du nicht brauchst, alles, was grün ist, Tiere, die dir begegnen, Vorteile, Nachteile, Ideen für Projekte, Kindness-Challenges oder spontane Dankbarkeitsmomente.

Du kannst fortlaufende Listen führen oder einfach 7 schöne Dinge aufschreiben, die dir gerade in den Sinn kommen.
Und das Beste: Angeblich lassen sich mit Listen alle Probleme lösen. Denn wenn du 100 Lösungswege notierst, ist garantiert einer dabei, der funktioniert. 😉

Beantworte eine Frage

Meine zweitliebste Outdoor-Beschäftigung.
Das geht schon Richtung Journaling – aber vielleicht inspiriert dich deine Umgebung ja zu einer klugen Reflexionsfrage über Bäume, Eichhörnchen oder die Frage, wie du eigentlich an diesem Ort gelandet bist.
Oder du schnappst etwas aus einem Gespräch auf und denkst still weiter darüber nach.

Skizziere deine Umgebung

Ich liebe es, Menschen in der Bahn oder im Park beim Zeichnen zu beobachten. Es wirkt so fokussiert und frei zugleich.
Du kannst Gebäude oder Natur skizzieren – oder kleine Comics: zum Beispiel einen Dialog zwischen dem Eichhörnchen und dem Baum. Oder zwei Enten, die über das Wetter lästern. Alles ist erlaubt.

Belausche deine Mitmenschen

Klingt frech, ist aber inspirierend.
Notiere dir einzelne Sätze aus Gesprächen. Kommentiere sie, denk das Gegenteil oder versetze sie in andere Kontexte:
„Was wäre, wenn dieser Satz in einem Film über Aliens fällt?“
Oder überleg dir: Wer ist diese Person, was bewegt sie? Ist die Frau mit der Sonnenbrille Innenarchitektin oder Geheimagentin? Der Mann mit dem Hut – Journalist oder Mythos?

Deine Stimmung reflektieren

Wie fühlst du dich in diesem Moment?
Was macht der Ort mit dir, wie reagiert dein Körper? Welche Gedanken kommen immer wieder?
Du kannst daraus ein kleines Stimmungsbild machen – geschrieben, gezeichnet oder gesprochen. Auch eine Sprachmemo kann überraschend ehrlich sein.

Objekte sammeln

Sammle kleine Fundstücke: Blätter, Blüten, Straßenfunde.
Du kannst sie später zu einer Collage verarbeiten oder fotografisch festhalten. Vielleicht erzählst du in deinem Notizbuch die Geschichte eines Fundstücks – oder lässt es selbst zu dir sprechen.

Fazit

Draußen kann man sich super inspirieren lassen. Die Farben, die Geräusche, die Gerüche, die Mitmenschen – all das kann man nicht nur auf sich wirken lassen, sondern auch weiterverarbeiten und mitnehmen. Bei schönem Wetter spricht absolut nichts dagegen sich ein bisschen Me-Time draußen zu nehmen und der Kreativität freien Lauf zu lassen.

Worüber ich in diesem Artikel gar nicht gesprochen habe, sind gemeinsame kreative Aktivitäten. Denn natürlich kannst du auch mit einer Freundin rumspinnen, welchen Job die Frau mit der Sonnenbrille wohl hat. Gemeinsam kreativ zu sein, macht einfach doppelt Spaß – vielleicht wird das der nächste Artikel.

Jetzt Du!

Wie sieht dein Kreativ-Kit für unterwegs aus? Was notierst du dir unterwegs?

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